Huttens letzte Tage

Letzte Korrekturen

am 30.10.2007 wurde ein gutes Dutzend Fehler aus dem Huttentext eliminiert. Der Text ist nun wieder ein Stückchen näher an der historisch kritischen Ausgabe.

Ein Beitrag von Klauspeter Bungert

In einem von keiner Zeitung abgedruckten Aufsatz: „Zur Zeit nicht en vogue - trotzdem aktuell. Ein Beitrag zum 100. Todestag des Schweizer Dichters Conrad Ferdinand Meyer (28. November 1998) von Klauspeter Bungert“ (jetzt auf www.autoren-theater.de)stehen u. a. folgende Sätze:

„Da, im Oktober 1871, gelingt mit der Versdichtung 'Huttens letzte Tage', 1. Auflage, der Durchbruch. Meyer nutzt geschickt die Zeitstimmung aus. In den etlichen Neuauflagen behält er die Stärken des Werkes bei. Die zeitgeschichtlichen Anspielungen an den Chauvinismus von 1870/71 nimmt er heraus. Die in ihrer Todesnähenthematik ergreifende Endfassung von 1892, die der Komponist Hans Pfitzner einmal als das schönste Epos bezeichnete, das es für ihn in deutscher Sprache gebe, gehört kaum bestreitbar zu den herausragenden Höhepunkten aller in gebundener Reimsprache verfaßten Literatur, an thematischer Intensität und Vollkommenheit des Stils ohne Einschränkung einem 'Faust I' an die Seite zu stellen.“

Diese apologetische Einschätzung kommentierte ein Gesprächspartner zweifelnd und vorsichtig. Ich begründete meine Haltung daraufhin noch einmal:

„Meine Bemerkung zur Hutten-Dichtung würde ich in aller Öffentlichkeit verteidigen. Es hängt bei derartigen Einschätzungen immer viel davon ab, inwieweit man Kunst von ihrer - mehrheitlich, quotenmäßig gesehen - 'gemeinschaftsstiftenden' Thematik her bewertet oder gesondert als Zusammenspiel handwerklicher und anthropologischer Fragestellungen. Meyer wollte sich mit Abschnitten der Erstfassung zweifellos beim Publikum im Bismarck-Reich liebkind machen, in der Endfassung zeigt er aber einen differenziert und distanziert gezeichneten ehemaligen Haudegen und thematisiert in einer Weise, für die ich nichts Gleichwertiges kenne, das doch alle Menschen angehende Thema von Leben, Ableben, Abschiednehmen. Rechnet man die in keiner Zeile nachlassende Spannkraft hinzu, mit der Meyer Menge des zu Sagenden und Anzahl der Worte - keine Schlabbrigkeiten, keine Füllsel - zur Deckung bringt, dann dürfte es schwer werden, einen Verstext oberhalb von Gedichtlänge zu finden, der da mithalten kann. Aber das ist meine persönliche Art zu argumentieren.“ Klauspeter Bungert, 30.10.2007

Aufsatz von Sigrid Otto

werke/hutten.txt · Zuletzt geändert: 2010/12/07 18:48 (Externe Bearbeitung)
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